Abschluss Jakobsweg 2008
Auszug aus dem Tagebuch:
Unser letzter Weg. Heinz, Willi und ich fahren zum Cabo Finisterre, dem "Ende der Welt". 90 km bis zum Atlantik. Wir genießen bei gutem Wetter die wunderschöne galicische Landschaft, die Wälder und Heideflächen, die Berge und Täler. Wir sehen den Atlantik. In Finisterre der letzte Anstieg zum Leuchtturm, zum Cabo Finisterre, zum "Ende der Welt".
Wo sind wir? Wir sind am Anfang unseres Weges, unseres caminos.
Es klingt paradox, aber es stimmt.
Mit jedem Ende wird ein neuer Anfang gesetzt.
Nach 2636 km stehen wir am Kilometerstein 0.
Ein neuer Weg beginnt.
"Ein neuer Weg beginnt" Vorbereitung 2009/2010

Wie aus dem Bericht vom Jakobsweg mit dem Rad 2008 von Bocholt nach Santiago ersichtlich, hatten wir einen "Guten Weg", einen "Buen Camino", was mich zum Entschluss brachte, einen weiteren Jakobsweg zu gehen bzw. zu fahren, da meine Knie von Artrose befallen sind und das Pilgern zu Fuß nicht zulassen. Die Flüge sind gebucht, hin geht es am 4. Mai von Dortmund nach Sevilla, zurück am 27. Mai von Santiago de Compostela nach Düsseldorf. Diesmal möchte ich den Weg allein "erfahren" und habe mir die "Via de la Plata" von Süd- nach Nordspanien, von Sevilla nach Santiago de Compostela ausgesucht. Der Begriff wird für die Römerstraße von Sevilla nach Astorga verwendet, aber auch für den Pilgerweg der Christen aus dem damals maurischen Süden Spaniens, der von Granada über Cordoba geht und erst ab Merida entlang der Römerstraße führt. Im 
Moment ist die Wegführung von Sevilla nach Santiago üblich. Ab Merida führt der Weg auf den Spuren der Römerstraße nach Norden. Dort gibt es die Wegalternative: Ab Zamora werde ich den Mozarabischen* Weg über Orense nach Santiago fahren. Von Santiago geht es weiter zum "Kap Finisterre" dem  "Ende der Welt" und dann weiter über Muxia zurück nach Santiago de Compostela. 
* Mozaraber = Christen die in arabisch besetzen Gebieten (Maurenherrschaft) gelebt haben. Der originale Pilgerweg soll von Granada über Cordoba Richtung Norden verlaufen sein. Von Sevilla aus gab es aber schon vor den Mauren eine Römerstraße nach Norden, die später den Namen "Via de la Plata" erhielt, was übersetzt "der Silberweg" heißt, jedoch ursprünglich "gepflasterter Weg" bedeutet hat.
Da ich nach Möglichkeit den Originalweg fahren möchte, werde ich die restliche Zeit dazu nutzen, viel mit dem Treckingrad bzw. mit dem Mountainbike in Feld und Wald trainieren und mich vorbereiten. Außerdem möchte ich noch ein wenig spanisch lernen und mich durch gute Lektüre. u.a. durch den Reiseführer "Jakobsweg - Via de la Plata  Mozarabischer Jakobsweg" von Raimund Joos und Michael Kasper in die Geschichte einlesen.