Fahrrad
Kein Billigrad, denn das könnte fatale Folgen haben. Zum Fahrergewicht kommt das Gepäck, das man nicht unterschätzen sollte. Stichpunkte: stabiler Gepäckträger; gut zentrierte Laufräder; Reifen bis 6bar Luftdruck (z.B. Schwalbe Marathon); Schaltung vorne 3fach 24-44, hinten bis 9fach 12-26; harter, gut eingefahrener Sattel; am besten MTB-Klickpedale; Lenker mit vielen Griffmöglichkeiten; Rückspiegel; keine Federgabel; evtl. Mountainbike.
Gepäck
"weniger ist mehr". Dieses gilt im Besonderen bei der Auswahl des Reisegepäcks. Vorher sollte man sich eine Gepäckliste erstellen und dann überlegen, was davon zuhause bleiben kann. Unterwegs gibt es immer wieder Möglichkeiten, die ein oder andere Sache einzukaufen bzw. schmutzige und verschwitzte Wäsche zu waschen. Die Erfahrungen von 2008 haben mir gezeigt, dass 2 Hinterradtaschen, 1 Packsack und eine Lenkertasche vollkommen ausreicht. Das "Gepäckgewicht" betrug inkl. Taschen keine 14 kg. Die Lenkertasche enthält alle wichtigen Sachen und kann bei Besichtigungen und beim Einkauf leicht mitgenommen werden. Beim Bepacken der Taschen sollte man darauf achten, das Gewicht gleichmäßig auf die Taschen zu verteilen. Werden Vorderradtaschen mitgenommen, sollte das Verhältnis 1/3 Vorderrad 2/3 Hinterrad betragen. Schwere Sachen unten in die Taschen, leichte nach oben. In der Gepäcktasche befindet sich eine PDF-Gepäckliste.  
Pilgerausweis und Pilgerzeichen
Für Pilger die zu Fuß, per Fahrrad oder per Pferd unterwegs sind, dürfen in Deutschland nur die Jakobus-Gesellschaften einen Pilgerausweis, span. Credencial, ausgeben. Um die Compostela, die Pilgerurkunde in Santiago, zu erhalten, sind für Fußpilger als Minimum die letzten 100 km vor Santiago erforderlich, für Fahrradpilger jedoch mindestens die letzten 200 km, die im Pilgerausweis lückenlos nachgewiesen werden müssen. Man  sollte sich täglich mindestens einen Stempel eintragen lassen. Stempel gibt es an Kirchen, Klöstern, Gemeinden, Museen usw.

 

Mein Credencial 2008

Das Erkennungszeichen eines jeden Pilgers ist die Jakobsmuschel. Wer sie sichtbar trägt, wird als Pilger erkannt. Vom Rand der Muschel laufen die Rillen zur Mitte zusammen, symbolisch sind es Wege, die das gleiche Ziel haben, daher das Zitat: "Der Weg ist das Ziel". Zum Fußpilger gehört ein Wanderstab und in früheren Jahrhunderten als Trinkgefäß eine Kalebasse. Alle Zeichen sind auf dem Credencial abgebildet. 

 Die Pilgerwege werden mit der charakteristischen Jakobsmuschel (europaweit gelb auf blauem Grund) ausgeschildert. In Spanien sind die Wege auch vielfach mit einem gelben Pfeil (flecha amarilla) ausgeschildert.

Pilgerstatistiken 

2006

2007 2008

292009

Pilger/innen  100337 114026 125141 145877
zu Fuß 81783 93953 103669 120605
per Fahrrad 18289 19702 21143 24892
mit dem Pferd 294 364 290 341
per Rollstuhl 11 7 39 39
Deutsche 8097 13837

15746

1478914789
auf der Via de la Plata 3523 4193 5104 6254
2010 ist ein Heiliges Compostelanisches Jahr (span. Año Santo Compostelano oder Año Santo Jacobeo) und wird begangen, wenn der Festtag des Hl. Jakobus (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Das Heilige Jahr ist identisch mit dem entsprechenden Kalenderjahr. Es wird am 31. Dezember des Vorjahres mit der Öffnung der Heiligen Pforte eröffnet. Das letzte Heilige Jahr war 2004. In den Heiligen Jahren steigen die Pilgerzahlen überproportional, wie aus den untenstehenden Zahlen zu ersehen ist. (Zahlen und Jahre in rot = Heilige Jahre)
1992 1993* 1994 1995 1996 1997 1998 1999* 2000 2001 2002 2003 2004* 2005
9.764 99.436 15.869 19.821 23.218 25.179 30.126 154.603 55.004 61.418 69.039 74.611 179.932 93.924
Pilger ist im Verständnis der römisch-katholischen Kirche jeder, der in Andacht und aus Gründen der Verehrung zum Grab des hl. Jakobus kommt. Die Art der Anreise ist unerheblich. Nur für die Ausstellung der Pilgerurkunde "Compostela"  werden entsprechende Nachweise der Fortbewegungsart verlangt. Die für 2004 erhobene Zahl von 12 Millionen Pilgern bezieht sich auf die Gesamtzahl der Menschen, die im Laufe des Jahres aus religiösen Gründen die Kathedrale von Santiago betreten haben.